von 1894 bis 1935
Die Geschichte von 1894 bis 1935
1894 sollte der Bau fertig sein.
Schon ein Jahr zuvor verlegten Werner von Kalitsch und seine Ehefrau den Wohnsitz nach Nutha.
Er war Anhaltischer Kammerherr und bewirtschaftete das Gut fortan selbst.
Es wurde von einem Inspektor Linden geleitet.
Werner und Margarethe von Kalitsch hatten keine Nachkommen.
Das Ehepaar adoptierte eine Tochter aus dem ostpreußischen Hause von Oppen.
Marie von Oppen-Kalitsch heiratete einen Major Thilo von Trotha.
1935 zogen die beiden nach Nutha, nachdem sie ihr Gut in Gänsefurth durch
Misswirtschaft und Verschuldung verloren hatten.
Werner von Kalitsch starb am 9. April 1923, seine Frau am 29. Oktober 1935.
Beide sind ebenfalls in der Parkgrabstätte beigesetzt.
Das Gut sollte der 1914 geborene Sohn des Majors von Trotha erben,
der die Landwirtschaftsschule in Zerbst besuchte.
Er hat sich jedoch im Januar 1934 in Nutha erschossen und wurde hier begraben.
Nach dem Tod der Margarethe von Kalitsch begannen die Schwierigkeiten
auf dem kleinen Gut. Die neue Herrschaft verbrauchte mehr als hereinkam.
Da halfen auch die guten Bodenverhältnisse nichts.
Wie Hausangestellte berichteten, erhielt der Inspektor vom Major genaue Anweisung,
wie viel Geld jedes Familienmitglied bekommen sollte.
Trotha selbst war selten in Nutha.
Seine Frau und die jüngste Tochter lebten bescheiden.
Doch weilte der Major auf dem Gut, so musste er oft betrunken aus Zerbster Gaststätten
abgeholt werden und soll sogar einmal aus der Kutsche gefallen sein.
In der Villa veranstaltete er häufig große Feste, was der Mamsell Frau Müller große
Sorgen bereitete, wusste sie doch oft nicht, wie sie Essen und Trinken beschaffen sollte.
Inspektor Linden kündigte und zog auf ein Gut nach Weißenfels.
Familie von Trotha verkaufte dann aus Geldmangel kleinere Ackerstücke und unterstellte
das Anwesen zeitweise einer großen Gutsverwaltung. Doch das nützte nichts.